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Preis Soziale Stadt


Integrationspreis 2017 geht nach Lippstadt und Rheinsberg


Am 13. Juni fand der 11. Bundeskongress Nationale Stadtentwicklung in Hamburg statt. Im Rahmen der Veranstaltung wurde erstmalig der "Integrationspreis 2017" vergeben. In den Kategorien "Nachbarschaften" und "Netzwerke" wurden zwei Projekte mit dem Integrationspreis prämiert. Insgesamt hatten es 12 Projekte auf die Nominierungsliste geschafft.

Die Jury war beeindruckt von der Qualität und Vielfalt der vielen eingereichten Projekte. "Die Auswahl ist uns nicht leichtgefallen. Die eingereichten Projekte und Initiativen sind hervorragende Beispiele dafür, wie Konflikten innerhalb von Nachbarschaften begegnet werden kann. So kann Integration gelingen!", so die Einschätzung des Juryvorsitzenden Mitri Sirin.

Presseinformation

 

 

Foto Preisverleihung Integrationspreis 2017
Die Preisträger aus Rheinsberg mit Vertretern der Auslober und des Bundesbauministeriums. Foto: Jann Wilken

Preisträger in der Kategorie "Netzwerke":

Rheinsberger Modell: Dezentraler Wohnverbund
'Rheinsberger Initiative' – Ein starkes Netzwerk ehrenamtlicher Bürger unterstützt die Integration von Flüchtlingsfamilien, eingereicht von der Rheinsberger Wohnungsgesellschaft mbH (REWOGE)

Im Oktober 2014 stand die kleine Stadt Rheinsberg erstmals vor der Aufgabe, Geflüchtete aufzunehmen. Die Stadtverwaltung und die Wohnungsgesellschaft REWOGE setzten von Anfang an auf eine dezentrale Unterbringung, damit der unmittelbare Kontakt zu den Einheimischen das Ankommen erleichtert. 40 Wohnungen wurden seitens der Wohnungsbaugesellschaft über Einzelmietverträge bereitgestellt. Parallel dazu übernahm die ‚Rheinsberger Initiative’, als neues Netzwerk von Ehrenamtlichen, Wohnungsgesellschaft, Schulen, sozialen Trägern und Stadtverwaltung entstanden, die Koordination von Hilfsangeboten nach dem Motto: Hilfe anbieten, wo sie erwünscht und abgefragt wird. Statt Bevormundung wurde die Selbständigkeit der neuen Rheinsberger gefördert. Über eine transparente Öffentlichkeitsarbeit u.a. durch das Magazin "Stadtleben" wurde die Rheinsberger Bevölkerung informiert. Eine "Lebensfibel" wurde gemeinsam erarbeitet und informiert über Regeln im nachbarschaftlichen Zusammenleben. Die neuen Bürger besuchen Sprachkurse, Schulen, arbeiten in örtlichen Betrieben oder absolvieren erste Praktika, bringen sich aktiv im öffentlichen Leben ein.

Die Jury würdigt, wie die Integration Geflüchteter in enger Zusammenarbeit zwischen Stadt, Wohnungsgesellschaft und Bürgerschaft gelungen ist. Mittlerweile leben 200 Geflüchtete in Rheinsberg.

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Foto Preisträger Integrationspreis 2017
© Jann Wilken

Preisträger in der Kategorie: Nachbarschaften

Flüchtlingen ein Gesicht geben
'Migranten mischen mit' (MMM) in Lippstadt – Ein Projekt von jungen Flüchtlingen für junge Flüchtlinge. Eingereicht von der AWO Arbeiterwohlfahrt Hochsauerland/ Soest, Jugendmigrationsdienst

Hinter jedem geflüchteten Menschen steht ein Schicksal, eine Geschichte. Jeder Einzelne von ihnen hat Talente, die unsere Gesellschaft bereichern können. Diese Botschaft vermittelt das Projekt "Flüchtlingen ein Gesicht geben". Einmal wöchentlich trifft sich die Gruppe MMM "Migranten mischen mit" im Jugendmigrationsdienst der AWO. Die Jugendlichen im Alter von 15 bis 24 Jahren sind fast alle auch als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen und kennen die Situation der neueingewanderten Jugendlichen sehr genau. Mit professioneller Unterstützung durch die Arbeiterwohlfahrt erarbeitete die Gruppe ein Konzept für die Durchführung von Interviews mit den Zuwanderern. Aus den Antworten auf Fragen wie: Warum hast du dein Land verlassen? Wie hast du die Flucht erlebt? Was sind deine Stärken? Was sind deine Wünsche und Träume für die Zukunft? setzen sich bereits kleine Geschichten zusammen. Es entstanden ausdrucksstarke Ausstellungstafeln mit sorgfältig zusammengestellten Texten und den dazugehörigen Porträtfotos der interviewten Gesprächspartner. Über ein Bühnenprogramm, die Presse und eine Wanderausstellung, die u.a. in Schulen präsentiert wird, hat das Projekt bereits weit über 2.000 Personen unmittelbar erreicht.

Die Jury war beeindruckt: Das Projekt schafft Gelegenheiten zur Begegnung und führt junge Geflüchtete, über den durch die Porträts gelingenden Perspektivwechsel, auf neue Weise mit der einheimischen Bevölkerung zusammen.

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Nominierungen

Liste aller Nominierten    Fotos aller Nominierten


Preis Soziale Stadt 2016: Preisverleihung in Berlin

Preisverleihung Preis Soziale Stadt 2016
© GdW

Der Wettbewerb wurde bereits zum neunten Mal seit dem Jahr 2000 ausgelobt. Florian Pronold, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesbauministerium, zeichnete gemeinsam mit den Auslobern die Preisträger für ihr umfassendes Engagement in Deutschlands Stadtquartieren aus.

"Wir ehren heute herausragende Projekte, die den Gedanken der Sozialen Stadt vorbildlich umgesetzt haben. Ihr Engagement in ihren Nachbarschaften ist uns wichtig. Dafür brauchen sie verlässliche Unterstützung. Deswegen haben wir nach Jahren der Kürzung seit 2014 die Mittel für die Soziale Stadt fast vervierfacht. Angesichts der zunehmenden sozialen Integrationsaufgaben wollen wir die soziale Stadtentwicklung ab 2017 mit zusätzlichen 300 Millionen Euro fördern. Wir schlagen einen Investitionspakt vor: für Schulen, die sich in den Stadtteil öffnen, Kitas, in denen Integration stattfindet und Stadtteilzentren, in denen Menschen sich begegnen und sich über kulturelle Unterschiede hinweg kennen lernen", erklärte Pronold anlässlich der Preisverleihung.

Presseinformation                  Nomimierungsliste

Zu den Preisträgern             Projekt-Filme auf youtube.de


Der Preis Soziale Stadt ist eine Gemeinschaftsinitiative von Auslobern aus Zivilgesellschaft, Wohnungswirtschaft, Wohlfahrt, Wissenschaft und Politik. Ziel des Wettbewerbs ist es, vorbildliche Projekte und Initiativen für eine soziale Stadt der breiten Öffentlichkeit bekanntzumachen und damit deren Nachahmung zu fördern. Der Preis Soziale Stadt wird seit dem Jahr 2000 in einem 2-Jahres-Turnus verliehen.


Kontakt


vhw - Bundesverband für Wohnen
und Stadtentwicklung e. V.
Geschäftsstelle "Preis Soziale Stadt 2016"
Fritschestraße 27/28
10585 Berlin

E-Mail: preis-soziale-stadt@vhw.de
Internet: www.preis-soziale-stadt.de


Wettbewerb - Teilnahme


Dokumentation

2016

2014     2012

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2006     2004

2002     2000


Auslober


Integrationspreis 2017